AIDS ...

... kein Thema mehr?

Kinder- und Jugendstiftung Hennef bildet Schüler*innen zu Gesundheitsberater*innen aus AIDS – in den 80er Jahren allgegenwärtig, doch das Interesse an diesem Thema hat in der Öffentlichkeit mittlerweile stark nachgelassen. Die Förderung der AIDS-Prävention bei Jugendlichen ist vielerorts zurückgefahren worden und allmählich zeigen sich die Folgen davon: das Wissen über Übertragungswege, den Schutz vor Ansteckung und über Behandlungsmöglichkeiten ist bei Jugendlichen nur noch rudimentär oder gar nicht mehr vorhanden.

Es kursieren falsche Vorstellungen zum Thema HIV/AIDS, die Diskriminierung von Betroffenen nimmt zu anstatt ab und die Zahlen der mit HIV infizierten (jungen) Menschen steigen auch in Deutschland wieder.
Die Kinder- und Jugendstiftung Hennef bedankt sich ganz herzlich für die tolle Kooperation und Unterstützung durch:

 

In Hennef schon!

Im Rahmen der AIDS-Gala 2018 in Bonn haben sich Ranga und Uschi Yogeshwar dafür stark gemacht, dass dieses wichtige Thema auch in Hennef wieder Gehör findet und haben ein Präventionsprojekt ins Leben gerufen.

Gemeinsam mit Bettina Breuer von der Gesundheitsagentur Rhein-Sieg hat die Projektkoordinatorin der Kinder- und Jugendstiftung, Maj Kockelmann, eine Projektidee entwickelt, die von der DEUTSCHEN AIDS STIFTUNG viel Zustimmung erfuhr und aus den Spenden der AIDS-Gala 2018 finanziert wurde.
Jugendliche über HIV und AIDS aufklären: Presseartikel
Jugendliche über HIV und AIDS aufklären: Presseartikel (Anklicken für vergößerte Ansicht)

APP - das AIDS-Präventionsprojekt

Auch bei der Schulleitung des Städtischen Gymnasium Hennef (SGH) fand das APP-Konzept viel Zuspruch und konnte dort im Rahmen eines wöchentlichen Projektkurses mit 12 Schüler*innen der 8. Klassen im Schuljahr 2019/2020 umgesetzt werden. Gemeinsam mit Sarah Emons (Biologielehrerin und Ganztagskoordinatorin am SGH) sollten die Schüler*innen in 4 Phasen theoretisch und auch praktisch lernen, wie man sich und andere vor HIV/AIDS schützen und das gewonnene Wissen weitergeben kann.

Phase 1: Wissensvermittlung zum Thema HIV/AIDS

In den ersten Wochen des Projektkurses wurde den Schüler*innen grundlegendes Wissen zu HIV und AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten vermittelt. Dabei wurde auch das Thema Sexualität ganz allgemein mit angesprochen und die Funktionen des weiblichen und des männlichen Körpers behandelt. 
  • Wissensvermittlung zum Thema HIV/AIDS

Phase 2: Methoden und Möglichkeiten der Wissensvermittlung

Anschließend wurden die Schüler*innen darauf vorbereitet, das neu erworbene Wissen selbstständig an junge Menschen weiterzuvermitteln. An dieser Stelle wurden die geschulten Schüler*innen zu „Gesundheitsberater*innen“ für den eigenen Freundeskreis und andere Mitschüler*innen. Gemeinsam mit Frau Breuer und Frau Emons besuchten die #Gesundheitsberater*innen jüngere Klassen und gaben ihr Wissen mit selbst erarbeiteten Vortragsideen weiter.
Wissensvermittlung zum Thema HIV/AIDS

Phase 3: Videodreh zum Thema HIV/AIDS

Um neben den Peers (Gleichaltrigen) auch eine breitere Masse an Menschen mit dem Präventionsgedanken zu erreichen, entwarfen die Schüler*innen Drehbücher zu kleineren „Aufklärungsspots“, die den alltäglichen Umgang mit dem Themas AIDS darstellen sollen – teilweise auch auf humorvolle Art und Weise.

Phase 4: die Abschlussveranstaltung

Am Ende des Schuljahres war eine große Veranstaltung geplant, zu der die Jahrgänge 8 und 9 des SGH eingeladen wurden. Mit geladenen Interviewgästen, der Präsentation der Aufklärungs-Spots und weiteren Programmpunkten sollte es der Höhepunkt des Projektkurses sein, der wie eine Belohnung am Ende der Anstrengungen auf die Jugendlichen wartet: ein öffentlicher Auftritt, Publikum und Applaus, Presseberichte, Anerkennung und Erfolg.

Doch dann kam Corona….

…und beendete das AIDS-Präventionsprojekt vorzeitig von einem Tag auf den anderen. Die Aufklärungsspots konnten nicht zu Ende gedreht werden, die Abschlussveranstaltung musste abgesagt werden und auch eine persönliche Verabschiedung des Teams vom Projektkurs war unmöglich.

Ein kleiner, aber umfangreicher Abschied...

... den gab es für das AIDS-Präventionsprojekt dann doch noch nach den Sommerferien. Im Namen der Kinder- und Jugendstiftung Hennef überreichte Maj Kockelmann insgesamt 10 vollbepackte Präventionskisten an Beatrix Glaser, Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums Hennef, die für die heutigen 9ten und 10ten Klassen bestimmt sind. Die 12 Präventionsrucksäcke für die im Projekt ausgebildeten #Gesundheitsberater*innen nahmen stellvertretend für den Kurs Alexia Kuhn und Marit Papke entgegen.

Ein ganz großer Dank ging an Sarah Emons, Ganztagskoordinatorin und Biologielehrerin am SGH, deren großes Engagement die Umsetzung des Projekts erst möglich gemacht hat. Zukünftig kann also, dank der umfangreichen Aufklärungs- und Präventionsmaterialien, das Thema AIDS an der Schule nicht mehr vergessen, sondern immer wieder in Erinnerung gebracht werden.

Denn: HIV und AIDS sind noch immer aktuell und das Wissen darüber kann sowohl Ansteckung verhindern und Stigmatisierung entgegenwirken. GIB AIDS KEINE CHANCE!

Es wäre schön...

... wenn das Projekt keine einmalige Aktion an der Schule bleibt, sondern nach Möglichkeit zu einer Etablierung des Themas HIV/AIDS im Schulalltag führt.

So kann das erworbene Wissen der #Gesundheitsberater*innen weiterhin genutzt und im Rahmen von Unterricht und Schulveranstaltungen weitergegeben werden. Zum Beispiel mit einem Infostand beim Sommerfest, Mitmachaktionen einzelner Klassen, einem Wissensquiz mit Preisen, Schüler- oder/und Bürgerumfragen im Rahmen einer Projektwoche, etc. Oder vielleicht auch noch mal als APP-Projektkurs?!
Präventionsrucksäcke und Präventionsboxen für die Gesundheitsberater*innen
Ein kleiner, aber umfangreicher Abschied für das AIDS-Präventionsprojekt
von links: Beatrix Glaser, Maj Kockelmann, Marit Papke, Alexia Kuhn, Sarah Emons